… Jack Wolfskin benötigt nicht der Kunden Geld, Abmahnungen sind doch auch ein einträglich Geschäft …
Bildmarke, Inhaber: Jack Wolfskin GmbH
Jack Wolfskin, Hersteller von Bekleidung für sich in der Walachei tummelnde, naturverbundene Mitbürger als auch für deren urbane Gegenstücke, welche robuste Bekleidung im Großstadtdschungel zu schätzen gelernt haben, beharrt auf dem vermeintlich exklusiven Verwendungsrecht eines Pfotenabbildes auf seinen Erzeugnissen. Wir reden hier von einer Firma, die erst 1991 von ihrer Erzeugerin, der Frankfurter Sine GmbH, in die Selbständigkeit entlassen wurde. Die von Sine kreiierte und am 08.06.1983 angemeldete Wort- und Bildmarke ging am 19.02.1998 auf die Jack Wolfskin GmbH über. Das Logo von Wolfskin ähnelt doch arg sehr dem Logo der linken Berliner Tageszeitung TAZ.
Die TAZer Tatze wurde 1979 in deren Auftrag von dem Designer Roland Matticzk entwickelt und seitdem regelmäßig eingesetzt. Bedauerlicherweise ließ die TAZ das Logo jedoch nicht markenrechtlich sichern. Angemeldet hat die TAZ ihr Logo 1994 nach mehr als 10-jähriger Verwendung, doch die Eintragung ins Markenregister geschah erst 2003.
Die TAZ nahm die damalige gerichtliche Auseinandersetzung mit Humor, doch die Leute bei Wolfskin gaben sich verbissen (siehe »TAZ Beitrag 2007«). Diese Verbissenheit hat Jack Wolfskins Image nun auch in diesem Jahr keine neuen Freunde beschert. Jack Wolfskin geht nämlich bevorzugt nicht gegen böswillige Markenimitatoren vor, die im großen Stil bewährte Marken fälschen. Nein, Wolfskin hat die im Visier, die es wagen, in irgendeiner Art und Weise ihre Verbundenheit mit Tieren zu demonstrieren, in dem sie z. B. deren Pfotenabdrücke in stilisierter Form verwenden – sei es auf selbstgemachten Bekleidungsstücken, Buttons, Taschen oder auch Webseiten. Wolfskin sieht seine Markenrechte dadurch nämlich beeinträchtigt, auch wenn die Pfotendarstellungen in keinster Weise der innegehaltenen Marke ähneln.
Bilder:
Ähnlich?
Button mit der verwerflichen Pfote
Pfötchenmuster
... auch in Blau zu haben
Daß die wölfischen Anwälte meinen, daß kein anderes Logo eine eigenständige Schöpfungshöhe erreichen könnten, ist an sich schon ein überdurchschnittlich wolfzentristisches Weltbild. Daß der deutsche Wolf es aber in seiner teutonischen Pflicht sah, sich mit einem niederländischen Bären anzulegen, ist einfach mal des Guten zu viel, schließlich gibt es größere Fische zu fangen. Liebe sich hierher verirrende Leser, mal Butter-bei-die-Fische, findet ihr, daß in diesem Fall eine Verwechselungsgefahr besteht?
Logo für Klamotten mit dem etwas speziellen Touch
Logo für den Wolf unter Wölfen
Wölfischer Jack, Deine Erzeugnisse stehen bei mir auf der Blacklist. Von einem Unternehmen, welches derart gegen harmlose Tierfreunde und kuschelige Bären vorgeht, anstelle sich den großstiligen Fälschern zu widmen, wird bei uns nichts im Kleiderschrank zu finden sein. Am Ende sitzt der Konsument am längeren Hebel. Und es gibt ja gott-sei-dank ausreichend Alternativen zu Deinen Produkten.
Links:
- Werbeblog: “Jack Wolfskin eröffnet den Abmahnherbst”, vom 17.10.2009
- TAZ: “Wenn die Wildnis abmahnt“, vom 19.10.2009
- SPON, Konrad Lischka: “Pfoten-Markenrecht: Jack Wolfskin mahnt Bastler wegen Tatzenmustern ab“, vom 19.10.2009
- IP: “Jack Wolfskin und das Pfötchenmuster“, vom 20.10.2009



[...] im Fall der Merchandising-Bekleidungs-Artikel von “Walt Disney” und seiner “Dalmatiner” ein besonders offensichtlicher Verstoß?! [...]