… Stefan Lanka auf Werbefeldzug …
Stefan Lanka wollte das Urteil des Amtsgericht Bautzen gegen ihn wegen Beleidigung nicht akzeptieren und ging in Berufung. Heute fand die Verhandlung statt. Ganze 20 Beamte und Wachtmeister der Sächsischen Polizei sicherten die Berufungsverhandlung gegen Lanka. Alle Besucher wurden am Gerichtseingang und am Saal selbst durchsucht. Impfgegner hatten mit großem Aufwand zum Besuch des Prozesses eingeladen. Lankas klein-klein-Verlag gab bekannt, daß die Verhandlung “als bedeutender Schritt der BRD zur Einführung des generellen Impfzwanges geplant“ sei. Doch es half nichts. Ein Gerichtssaal ist eben keine Theaterbühne und bietet keine Plattform für Selbstdarstellungen und ellenlange Stellungnahmen, die nicht zur Verhandlungssache beitragen. So scheiterte auch diesmal Lanka vor Gericht. Doch das hält seine Jünger sicher nicht davon ab, ihn zu ermuntern, sich weiterhin in aller Öffentlichkeit lächerlich zu machen.Impfinformation
Zäher Kampf um staatliche Entschädigungsleistungen
… Einmal piksen und für immer geschädigt …
Impfschaden und Entschädigungsleistungen
Der Kampf vor den Gerichten ist ein langwieriger. Im vorliegenden Falle gab es zum einen zwei gegensätzliche Gutachten und einen Kinderarzt, dessen Erinnerungsvermögen und Praxisdokumentation mehr als lückenhaft war, und zum anderen offensichtlich eben jene von den Empfehlungen abweichende Impfung. Der Fall wurde vom Geschädigten vor einem Jahr gewonnen, doch der Staat schlampt und zahlt nicht. Unglaublich, finden wir und geben an dieser Stelle den Bericht der Berliner Zeitung wieder:
Kinderwunsch? Nicht mit Ziegenpeter!
… wer sich vor Kinderkrankheiten nicht schützt, erlebt möglicherweise ein spätes Erwachen …
Ende der 90er Jahre verzichteten in Großbritannien und Irland viele Eltern auf die Masern-Mumps-Röteln (MMR) Impfung. Damals sorgte eine Studie von Andrew Wakefield für Aufregung und Verunsicherung unter den Eltern, in welcher spätere Autismusdiagnosen und entzündliche Darmerkrankungen mit der MMR Impfung in Verbindung gebracht wurden. Wakefields Studie, 1994 im Lancet veröffentlicht, wurde 2010 endlich zurückgezogen, nachdem sich ein Großteil der Co-Autoren bereits 2004 von Wakefields Interpretationen distanziert hatte.In einer aktuellen Studie, veröffentlicht im British Journal of Urology International, untersuchen Wissenschaftler den Anstieg von Hodenentzündungen (Orchitis) innerhalb der männlichen Population und führen dies auf die Impfängste und damit verbundene Impfverweigerung Ende der 90er zurück. Die nicht geimpften Kinder kommen jetzt in die Pubertät und sind damit vermehrt Komplikationen ausgesetzt, wenn sie im Rahmen einer der seltenen, aber möglichen Epidemien an Masern, Mumps oder Röteln erkranken. Besonders eine Erkrankung an Mumps kann sich folgenschweren auf die spätere Lebensplanung auswirken.
Oft kommt es im Verlauf einer Mumpserkrankung zu mitunter schmerzhaften Hodenentzündungen. Nach den Recherchen des Urologen Niall Davis des Mater Misericordiae University Hospitals in Dublin endet eine solche Entzündung in bis zu 50 Prozent der Fälle mit einer Hodenatrophie (Hodenschwund). Glücklicherweise ist eine vollständige Zeugungsunfähigkeit dennoch selten. Bei ca. 13 Prozent der Betroffenen muß jedoch mit einer eingeschränkten Zeugungsfähigkeit gerechnet werden und bei fast der Hälfte der Erkrankten kommt es zu einer temporären Störung der Samenbildung, die bis zu drei Monate andauern kann. Bei ca. einem Drittel hält sie möglicherweise sogar bis zu drei Jahre nach Ende der Hodenentzündung an.
Impfgegner und Aids-Leugner
… Kreuzzug gegen die Schulmedizin …
Alternativmediziner freuen sich über Zulauf
Wakefield wurde für seine „Studie“ von impfkritischer Seite bezahlt, er fälschte seine Studienergebnisse, bis heute gibt es keinen wissenschaftlichen Beweis für seine Thesen, stattdessen wird sie in etlichen seriösen Untersuchungen auf der ganzen Welt immer wieder widerlegt, und „Lancet“ widerrief den Artikel Wakefields wegen offensichtlich inkorrekter Teile – das alles bleibt in pseudowissenschaftlichen Werken zum Beispiel eines ∴Hans U. P. Tolzin unerwähnt. Tolzin, der nicht etwa Arzt ist, sondern gelernter Molkereifachmann, betreibt die Internetseite www.impfkritik.de und gibt zudem den „Impfreport“ heraus, eine „Zeitschrift für unabhängige Impfaufklärung“.
Die angeblichen Ergebnisse Wakefields thematisierte er in der Ausgabe „Autismus, Quecksilber, Impfung: Der geleugnete Zusammenhang“. Tatsächlich hatten Impfkritiker schon in den neunziger Jahren versucht, eine Verbindung zwischen dem in geringen Mengen Quecksilber enthaltenden Konservierungsstoff Thiomersal, der in vielen kosmetischen und pharmazeutischen Produkten eingesetzt wird, und dem Auftreten von Autismus bei Kindern herzustellen. Für einen solchen Zusammenhang gibt es bis heute keinen Beweis. Trotzdem halten Impfgegner daran fest. Dass Thiomersal nicht in dem kombinierten Impfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln enthalten ist (und niemals war), dass überhaupt längst für alle generell empfohlenen Schutzimpfungen quecksilberfreie Impfstoffe verfügbar sind – auch darüber gehen Impfgegner hinweg.
Nancy kann nicht sprechen
… sind Impfungen schuld daran? …
Simone Gahse kämpft darum, daß die Behinderungen ihrer Tochter Nancy als Impfschaden anerkannt werden. Nur so ist das Mädchen künftig abgesichert.
“Als Nancy auf die Welt kam war sie putzmunter und gesund. Erst nachdem sie mit drei Monaten die erste Sechsfach-Impfung erhielt änderte sich das”, erzählt die Wilthenerin. Es fing damit an, dass sie aus dem Schlaf heraus Schreiattacken bekam. Sie ließ sich nicht beruhigen, schrie und weinte ohne Unterlass. Manchmal zwei bis drei Stunden lang. Sieben Monate dauerte es, bis die Schreiattacken aufhörten. Doch das war nicht das Einzige, was der jungen Mutter Sorgen bereitete.
Mit den ersten Impfungen begann auch langsam Nancys körperlicher Verfall. Sie verlor die Kopfkontrolle und konnte die Körperspannung nicht mehr halten, drehte sich nicht mehr richtig und konnte sich nicht mehr mit den Armen abstützen. Als Simone Gahse den Kinderarzt auf einen möglichen Zusammenhang mit der Impfung ansprach, wiegelte dieser ab. Ein Zusammenhang sei unmöglich. Doch damit begann Nancys Leidensweg erst. Ihre Mutter, die sich vom Arzt einreden ließ, das Kind sei gesund, glaubte, Nancy sei ein Spätzünder.
Auf Spurensuche
… Tödliche Masern: ohne Ausschlag besonders tückisch …
Masernvirus. Foto: Okapia
Heimtückisch blande begann der ungewöhnliche Verlauf der Erkrankung. Das Fieber hätte fast alles sein können. Die Hausärztin vermutete einen grippalen Infekt und verordnetet ihrer Patientin, einem 14-jährigen Mädchen mit Down-Syndrom, Paracetamol. Als das Fieber nicht sank, am nächsten Tag zusätzlich ein Antibiotikum (Clarithromycin). Auch dies schwächte die Symptome nur leicht, berichtet Prof. Dr. M. Riße, Institut für Rechtsmedizin der Uni Gießen, in der Zeitschrift „Rechtsmedizin“.
Wiederbelebungsversuche des Vaters scheiterten
Verzweifelt gab die besorgte Mutter dem Kind deshalb zwei Tage nach Ausbruch der Erkrankung vormittags zunächst ASS, nachmittags dann das Antibiotikum und zwei Tabletten Paracetamol. Gegen Abend war das Fieber schließlich gesunken. Das Kind legte sich schlafen, bei Kontrollen fiel der Mutter nichts Besonderes auf. Um 21.30 Uhr habe die Tochter nach ihr gerufen; als sie das Kinderzimmer betreten habe, sei das Mädchen bereits nicht mehr ansprechbar und leblos gewesen. Wiederbelebungsversuche durch den Vater und den Notarzt wurden schließlich gegen 22 Uhr erfolglos eingestellt.
Schweinegrippe – eine Verschwörung der Juden
… Elke Wittich entdeckt die Abgründe der Impfkritiker …
Unter den Kritikern der Schweinegrippeimpfung tummeln sich allerlei antisemitische Verschwörungstheoretiker.Die Mail, die eine besorgte Hausärztin namens ∴Juliane Sacher einigen Freunden schickte, las sich bedrohlich: In den Impfstoffen gegen die Schweinegrippe sei mit der Substanz ∴Squalen der Wirkstoff enthalten, der bei US-Soldaten zum sogenannten Golfkriegssyndrom geführt habe. Da war es dann auch kein Wunder, daß die Adressaten dieser Nachricht so alarmiert waren, daß sie die Warnung ihrerseits weiterverbreiteten. Mittlerweile ist daraus eine regelrechte Kettenmail geworden, und die Squalen-Sache wird selbst in Fußballforen aufgeregt diskutiert.
Die sensationelle Enthüllung hat allerdings einen Haken: Der Impfstoff, der Golfkriegssoldaten routinemäßig injiziert wurde, enthielt die Substanz mit dem nach ganz besonders bösartiger Chemie klingenden Namen gar nicht.
“Ich gebe zu, daß das nicht so geschickt war, weil einige Autoren später darlegten, daß das Golfkriegssyndrom nichts mit Squalen zu tun gehabt haben kann, weil in dem Impfstoff kein Squalen vorhanden gewesen sein soll”, schrieb Sacher inzwischen auf ihrer Homepage, was nicht nur so klingt, als handele es sich um ein bestenfalls halbherziges Dementi. Zumal die Ärztin gleichwohl bei ihrer Warnung bleibt. Auch das verwundert nicht, denn Juliane Sacher ist schließlich weit mehr als nur eine besorgte Hausärztin, die lediglich einigen Freunden eine Mail schickte, die sich völlig ohne ihr Zutun zu einem Kettenbrief entwickelte. Die 64jährige, die ihre Kassenzulassung schon vor einiger Zeit zurückgegeben hat, gehört unter anderem zu den sogenannten Aids-Kritikern, die fest daran glauben, daß die Immunschwächekrankheit, verkürzt gesagt, als Virenerkrankung nur eine Erfindung raffgieriger Pharmakonzerne sei. Außerdem gehört Sacher zum Kreis der Impfkritiker aus Prinzip, einer Gruppe von nicht notwendigerweise mit medizinischen Kenntnissen ausgestatteten Leuten, die unermüdlich versuchen, Impfungen aller Art unter anderem als Ursache einer Vielzahl von Krankheiten darzustellen, und damit besonders Eltern immer wieder verunsichern.
Stefan Lanka unterliegt vor Gericht
… und handelt sich prompt ein weiteres Verfahren ein …
Verurteilter Quacker, Bild angelehnt an Gustaf Mossakowsks 'Chessy'
Möglicherweise wäre es an der Zeit zu erkennen, daß Krafeld ein U-Boot ist oder doch vielleicht auch einfach nur ein nicht ganz so genialer Stratege mit völlig unzureichenden Kenntnissen im juristischen Bereich. Oder es liegt auch einfach daran, daß Lanka die deutsche Gerichtsbarkeit mit einem aufmerksamen Publikum verwechselt und glaubt, daß seine Vorträge über Impfungen und Viren dort hilfreich seien. Hilfreich ist sicherlich nicht, daß Lanka alle Behörden als willige Vollstrecker eines Massenmordes ansieht und auch in diesem Fall direkt in der Verhandlung dem Gesundheitsamtsleiter Nazimethoden vorwarf. Erschwerend kommt natürlich hinzu, daß Lanka bereits mehrfach wegen ähnlich gelagerter Delikte verurteilt wurde.
Da Lanka keinerlei Einsicht und Reue zeigte, kam es wie es kommen mußte – er wurde wegen Beleidung verurteilt. Lanka darf nun 4.800 EUR in die Staatskasse zahlen und hat wegen des Nazivorwurfs gar ein weiteres Strafverfahren an der Backe. Das nenn auch ich einen Erfolg auf ganzer Linie – für diejenigen unter uns, die denken können und nicht verblendeten Impfgegner folgen.
Quelle:
- SZ Online: “Impfgegner muss 4800 Euro Strafe zahlen“, 10.12.2009
Vortragsreisen des Stefan Lanka
… Virenleugner und Impfgegner Stefan Lanka nutzt Gerichtsverfahren für seine Mission …
Lanka-Jünger auf Pilgertour
Stefan Lanka steht mal wieder vor Gericht. Und wiederum handelt es sich um einen Beleidigungstatbestand, der unter dem Aktenzeichen 40Cs160Js3022/09 zur Verhandlung steht. Damit knüpft er an eine Tradition von Verurteilungen wegen Beleidigungen an, die ihres gleichen sucht. Doch hard-core Lanka-Jünger halten dessen verbale Ausfälle nicht davon ab, ihm gar durch die Republik zu folgen und auch im Gerichtssaal an dessen Lippen zu kleben.
Rund 70 Besucher aus der ganzen Bundesrepublik wollten den Prozess in Bautzen verfolgen. Nur 40 fanden Platz im Gerichtssaal. So durfte sich die Sächsische Justiz mit dem Kreuzritter und Virenleugner ganze 7 Stunden lang beschäftigen und war erst um 22:00 Uhr nach etlichen Vor- und Anträgen in der Lage, den Prozeß zu vertagen, wie uns folgender Bericht der Sächsischen Zeitung wissen läßt.
Gegen Argumente immun
… Immunisierung der Immunisierungsgegner …
Schutzschild der Immunität
Die Kettenmail verbreitete sich in Windeseile in ganz Deutschland. Golfkrieg, Schmerzen und Syndrom waren Schlüsselwörter, die obendrein durch die schaurig illustrierten Folgen vor allem Unsicherheit, aber auch Angst verbreiteten. Die Botschaft hatte nur einen Haken: Sie war falsch. Squalen sei ein natürliches Zwischenprodukt des menschlichen Stoffwechsels sowie Bestandteil der Körperzellen und vieler Lebensmittel, klärte das für Impfstoffe und Arzneimittel zuständige Paul-Ehrlich-Institut auf. Ein Zusammenhang zwischen Anthrax-Impfung und Golfkriegssyndrom sei mehrfach untersucht, aber nicht gefunden worden, zumal der Impfstoff überhaupt kein Squalen enthalten habe. „Zur Sorge gibt es deshalb keinen Anlass.“

6 Stimme(n)


